Die Anfänge

Spatz1

Das erste Flugzeug

bild08Angefangen hat alles im Jahr 1953 in den Kellerräumen der Kaiser-Otto-Schule in Essen-Steele mit dem Bau des ersten Segelflugzeugs: einem Spatz, der unserem Verein seinen Namen gegeben hat.

Gegründet wurden die Steeler Spatzen am 3. Juli 1953 von neun jungen Segelfliegern (Josef Verhoven, Heinz Wienert, Fritz Baumann, Fritz Rösner, Sieghard Schulte, Heinz Barth, Reinhold Klug, Manfred Witt und Gerd Natzke). Erster – und für die nächsten 55 Jahre einziger – Präsident der Steeler Spatzen war Josef „Jupp“ Verhoven.

Wie in den Gründerjahren üblich wurde auch unser Spatz als Bausatz vom Hersteller Scheibe-Flugzeugbau geliefert und anschließend von den Vereinsmitgliedern selbst zusammengebaut. Die Flächen bestanden aus Holz , der Rumpf des ersten Spatzen war ein zu damaliger Zeit moderner Stahlrohrrumpf. Die vorderen Flügelteile wurden mit Sperrholz beplankt, der Rest mit Stoff bespannt und mit Spannlack lackiert.

Auch der Anhänger zum Transport des Spatz wurde nach eigenen Plänen selbst angefertigt.

Der erste Start

Nach ungefähr zwei Jahren Bauzeit war es dann endlich soweit. Heinz Barth war an Pfingsten 1955 der erste, der mit dem Spatz auf dem Flugplatz Essen/Mülheim in die Luft ging.

Erste Erfolge

bild05Schon in den Anfangsjahren konnten die Steeler Spatzen mit ihrem L-Spatz auf Wettbewerben bemerkenswerte Erfolge erzielen. So belegte Heinz Barth im April 1957 mit damals beachtlichen 265 Kilometern in knapp 4 Stunden den dritten Platz bei einem Wettbewerb in Pont Saint Vincent bei Nancy in Frankreich.

bild06Ein Jahr später feierten die Steeler mit ihrem unterlegenen Flieger einen 7. Platz im Rhön-Wettbewerb

 

 

 

 

Aussenlandungen

Auch damals wurden schon Überlandflüge mit Außenlandungen gemacht, nur der Straßentransport war noch etwas abenteuerlicher, wie diese Fotos zeigen.

 

Die erste KA6

Dem Spatz folgte eine Ka6 der Firma Schleicher. Am 12. April 1962 wurde der neue Hochleistungsflieger feierlich auf den Namen ‚Eckbert von Bohlen und Halbach’ – Mitglied der Krupp-Dynastie und jüngster Bruder von Alfried Krupp von Bohlen und Halbach – getauft wurde. Die Taufe wurde auf dem Flugplatz Essen-Mülheim durch Harald von Bohlen und Halbach vorgenommen.

 

Drei Steeler Brillanten

Hoch hinaus ging es im wahrsten Sinne des Wortes für die Steeler Spatzen im Herbst
1963 in den österreichischen Alpen. Jupp Verhoven, Reinhold Klug und Heinz Barth erreichten mit der Ka6 im Leewellenflug an der Nordkette bei Innsbruck jeweils eine Höhe von mehr als 5000 Metern über dem Startplatz und verdienten sich damit je einen Brillanten zum goldenen Segelfliegerabzeichen.

60_06Der Artikel in der WAZ macht sehr schön deutlich, welche Anstrengungen mit dieser Leistung verbunden waren: Vor dem Einstieg in die Leewelle bei einer Höhe von etwa 2000 Metern wehte der Föhn mit Sturmstärke und blitzschnell wechselnden Auf- und abwärts wirkenden Vertikalböen, in denen das Flugzeug mit Geschwindigkeiten von bis zu 10 Metern pro Sekunde empor- oder hinabgerissen wurde.

 

 

Erweiterung des Flugzeugparks

1966 erweiterte eine Ka 8b als zweites Flugzeug den Flugzeugpark, und 1967 kam als60_04 erster Doppelsitzer eine Ka 7 hinzu. Dieses Flugzeug wurde als Bausatz geliefert und mit Hilfe einer Schülerfluggemeinschaft aufgebaut. Die Ka7 wurde von den Steeler Spatzen und dem LSV Dorsten über 40 Jahre genutzt, in den Anfängen für den Leistungssegelflug, später für die Schulung und Gastflüge. und wurde 2008 an den Düsseldorfer Aero Klub verkauft, wo sie weiterhin für Gastflüge eingesetzt wird.

 

Eine neue Ka6

60_051968 erwarb der Verein eine Ka 6e – eine verbesserte Version der Ka 6. Der Flieger wurde auf dem Kennedyplatz in Essen mit der Sparkasse Essen getauft wurde. Die Ka6e stellte den Höhepunkt und das Ende in der Entwicklung von Segelflugzeugen in reiner Holzbauweise bei der Firma Schleicher dar. Noch heute befinden sich in Deutschland über 400 Exemplare der Ka6 im Einsatz.